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Hintergrund des Projektes

In Europa kehren Großraubtiere wie Luchs und Wolf zunehmend in ihre angestammten Lebensräume zurück. Einzelne Luchse wandern gelegentlich aus der Schweiz nach Baden-Württemberg und die Zuwanderung erster Wölfe haben wir im Jahr 2015 erlebt. Im Jahre 2004 wurde die Arbeitsgruppe Luchs und Wolf Baden-Württemberg (AG Luchs und Wolf) gegründet, um gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Jagd, Landwirtschaft, Naturschutz, Regierung und Forschung zu diskutieren, wie sich die Großraubtiere Luchs und Wolf in unsere Kulturlandschaft integrieren lassen.

Als eine Grundlage für die Diskussion haben die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) und die Universität Freiburg ein Forschungsprojekt durchgeführt, das eine naturwissenschaftliche und eine sozialwissenschaftliche Perspektive beinhaltet:

Naturwissenschaftliche Perspektive mit folgender Fragestellung:
Finden Luchse in Baden-Württemberg ausreichend Lebensraum? Kommen sie mit unserer dichten Verkehrsinfrastruktur zurecht? Ist mit einer natürlichen Zuwanderung aus den Schweizer Luchsvorkommen zu rechnen?

Die Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass sowohl im Schwarzwald als auch auf der Schwäbischen Alb Luchse leben könnten - trotz der nicht zu vermeidenden Verluste durch den Straßenverkehr. Eine Besiedlung von Baden-Württemberg durch zuwandernde Luchse aus der Schweiz ist jedoch aufgrund der stark zerschnittenen Landschaft und der eher zurückhaltenden Ausbreitungstendenz der Luchse äußerst unwahrscheinlich. Soll der Luchs zurückkehren, so ist laut wissenschaftlicher Experten eine aktive Aussetzung von Luchsen eine Möglichkeit. Mehr dazu unter Rückkehr des Luchses. Mit den ausbreitungsfreudigeren Wölfen ist hingegen durch natürliche Zuwanderung aus der Schweiz, Frankreich oder auch aus Ostdeutschland jederzeit in Baden-Württemberg zu rechnen. Mehr dazu unter Zuwanderung des Wolfes.

Sozialwissenschaftliche Perspektive mit folgender Fragestellung:
Wie stehen die Bevölkerung und insbesondere die betroffenen Akteurinnen und Akteure aus Jagd und Landwirtschaft einer Rückkehr der Tiere gegenüber und wie konstituiert sich der Konflikt um die Großen Beutegreifer?

Der überwiegende Teil der Bevölkerung und insbesondere die klassischen Naturschutzverbände NABU und BUND begrüßen die Rückkehr von Luchsen und Wölfen nach Baden-Württemberg. Befürworterinnen und Befürworter finden sich auch unter JägerInnen und LandwirtInnen, manche Personen aus Jagd und Landwirtschaft stehen der Rückkehr von Luchs und Wolf aber auch sehr kritisch gegenüber. Neben den befürchteten Einbußen und dem Mehraufwand, der mit der Rückkehr befürchtet wird, scheint die ablehnende Haltung Ausdruck eines tiefer reichenden Gruppenkonfliktes zwischen Jagd, Naturschutz und Landwirtschaft zu sein. Mehr dazu unter Konfliktanalyse.

Das Transfer- und Kommunikationsprojekt
Aufbauend auf den genannten Untersuchungen haben die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) und die Universität Freiburg unter Beteiligung von Jagd-, Naturschutz- und Landwirtschaftsverbänden das "Transfer- und Kommunikationsprojekt zum Umgang mit Großraubtieren in Baden-Württemberg" ins Leben gerufen, auf dessen Internetseite Sie sich hier befinden.

Die Ziele des Projektes sind:
1. Das erste Ziel des Projektes ist der Wissenstransfer von der Forschung hin zu den Akteurinnen und Akteuren vor Ort. Unter anderem werden folgende Fragen thematisiert: Wie leben Luchs und Wolf? Welche Auswirkungen sind für Jagd und Landwirtschaft zu erwarten? Welche Lösungsansätze gibt es für zu erwartende Konflikte?

2. Das zweite Ziel des Projektes ist die Verbesserung der Kommunikationsstrukturen zwischen den lokalen Akteurinnen und Akteuren aus Jagd, Landwirtschaft, Naturschutz und Behörden.

Um diese Ziele zu erreichen werden im Verlauf des Projektes sogenannte Regionale Foren eingerichtet. Ebenfalls soll diese Internetseite dazu beitragen, das Wissen der Akteurinnen und Akteure und die Kommunikation unter einander zu verbessern. Die Seite lebt von Ihrer Beteiligung! Registrieren Sie sich, schlagen Sie Beiträge vor und diskutieren Sie mit.

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Luchs- und Wolfsmonitoring

Bitte melden Sie Hinweise auf Luchs oder Wolf an die FVA:

Telefon: 0761 / 4018-274
Mobil: 0173 / 6041117
(täglich erreichbar)

Informationen zum Monitoring

© 2016 - ein Kooperationsprojekt der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) unter Beteiligung von Jagd-, Naturschutz- und Landwirtschaftsverbänden

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Luchs und Wolf in Baden-Württemberg, Schwarzwald, Schwäbische Alb, Schwäbischer Wald