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Luchsnachweise

Die Anwesenheit von Luchsen wird von Menschen nur selten bemerkt. Das liegt nicht nur daran, dass Luchse überwiegend nachtaktiv sind, sondern auch an ihrer ausgezeichneten Tarnung, die sie für den Menschen fast unsichtbar machen. Neben Sichtungen und Rufen sind deshalb gerade indirekte Hinweise wie Risse oder Trittsiegel von großer Bedeutung, um die Anwesenheit eines Luchses zu bestätigen. Die Aussagekraft von solchen Hinweisen hängt nicht nur von der Art des Hinweises ab, sondern auch davon, ob Expertinnen/Experten diesen Hinweis überprüfen konnten. Totfunde, Losungen und Haare können eindeutige Nachweise liefern. An Luchsrissen kann eine Fotofalle installiert werden, die dann ebenfalls einen eindeutigen Nachweis liefern kann, wenn der Luchs an seinen Riss zurückkehrt.

Typische Merkmale eines Luchsrisses: Ein Luchs …

  • tötet seine Beute mit einem gezielten Biss in die Kehle. Diese Bissverletzung ist häufig die einzige am ganzen Körper der Beute.

  • bevorzugt Muskelfleisch und beginnt an den Hinterläufen zu fressen, um sich dann nach vorne zu arbeiten. Dabei spart er den Verdauungstrakt aus.

  • stülpt die Haut seiner Beute oft über deren Kopf und nagt die Knochen sauber ab. Er trennt keine Körperteile der Beute ab.

  • tötet nur ein Tier. Er kehrt in den darauf folgenden Nächten immer wieder zu seinem Riss zurück, um weiter daran zu fressen. Manchmal verdeckt er seine Beute mit Laub oder Schnee.


Bild: Luchsriss Reh

Trittsiegel und Fährte

Die Trittsiegel eines Luchses erscheinen relativ rund und die Abdrücke der Krallen sind normalerweise nicht sichtbar. Sie entsprechen denen einer Hauskatze, sind aber mit 7-8 cm im Durchmesser deutlich größer. Luchstrittsiegel sind meist eindeutig zu erkennen. Die einzelnen Trittsiegel einer Spur bilden eine gerade Linie. Die Schrittlänge liegt zwischen 80 und 140 cm. Der Geruch von Harnmarkierungen erinnert an den der Hauskatzen.


Bild: Luchsabdruck

Bild: geradlinige Luchsfährte

 

Losung

Luchse verscharren ihren Kot häufig, weshalb er schwierig zu finden ist. Der Kot besteht aus mehreren Einzelstücken (ca. 2,5 cm dick und 3-12 cm lang), enthält viele Schalenwildhaare, Knochensplitter und ist durch den hohen Anteil an Muskelfleisch in der Nahrung und dem darin enthaltenen Blut dunkel gefärbt. Im Gegensatz zum Kot der Hundeartigen enthält Luchskot keinerlei pflanzlichen Nahrungsrest. Der Luchskot kann leicht mit dem des Fuchses verwechselt werden. Für einen sicheren Nachweis bedarf es der Genanalyse.


Bild: zweiteiliger abgedeckter Luchskot mit Rehhaaren


Bild: mehrteiliger ungedeckter Luchskot

Haare

Luchshaare sind in der Regel schwer zu finden. Manchmal hinterlassen sie ihre Haare an Markierstellen, wo sie sich mit ihren Wangen und Flanken an Objekten reiben. Die eindeutige Zuordnung ist schwierig und bedarf der Laboruntersuchung. Von den Hundeartigen lassen sich Luchshaare recht eindeutig unterscheiden, von Haus- oder Wildkatzen jedoch nur schwer.
 

Ruf
Der Ruf des Luchses während der Ranzzeit zwischen Februar und März ist ein hohes kreischendes Geheul, das mitunter in einem Murren endet. Dieser Ruf ähnelt denen von ranzenden Füchsen oder balzenden Eulen.

Weitere Informationen anderer Luchsprojekte zu Luchsnachweisen finden Sie in der rechten Leiste unter "weiterführende Information". Zusätzlich finden Sie unter "Download Risserkennung" eine Pdf-Datei zur Erkennung von Luchsrissen vom schweizer Forschungsprojekt KORA. 

Meldung von Luchshinweisen

Bitte melden Sie Hinweise auf die Anwesenheit von Luchsen und Wölfen an die FVA. Die Kontaktnummer finden Sie in der rechten Leiste unter: "Luchs- und Wolfsmonitoring".

Interner Link zum Monitoring

Kehlbiss

  • Grossraubtiere in Baden-Württemberg
Für den Solojäger Luchs ist es besonders wichtig, seine Beute so schnell wie möglich zu töten. Miha Krofel von der Universität Ljubljana hat das Tötungsverhalten von Luchsen an etlichen Beutetieren im Labor untersucht. Zwei Drittel der Luchsrisse von Reh-, Rot- und Gamswild erlagen dem Biss in die Drossel. weiterlesen...
Artikel erschienen am: 05.02.2013 - Kommentare (0)

Luchs- und Wolfsmonitoring

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Mobil: 0173 / 6041117
(täglich erreichbar)

Informationen zum Monitoring

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Luchs und Wolf in Baden-Württemberg, Schwarzwald, Schwäbische Alb, Schwäbischer Wald