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Verbreitung und Lebensraum des Eurasischen Luchses

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Eurasischen Luchses in Europa ist durch den Menschen stark eingeschränkt worden. Vor knapp 200 Jahren galten Luchse in nahezu ganz Mitteleuropa als ausgerottet. Erst durch die beginnende aktive Wiederansiedlung durch den Menschen in den 1970er Jahren kehrten die Luchse langsam wieder in ihre angestammten Lebensräume zurück. Lesen Sie hierzu mehr unter der Rubrik Rückkehr des Luchses.

Durch diese Wiederansiedlungsprojekte leben heute schätzungsweise wieder 100 Luchse im Schweizer und Französischen Jura, 70 Tiere in den Schweizer Alpen, einige dutzend Tiere in Slowenien, 5 bis 10 Tiere in den Vogesen, 20-30 Tiere im Böhmerwald und eine unbekannte Anzahl an Tieren im Harz. Für die aktuelle Verbreitung der Luchse in Europa besuchen Sie die Seite der LCIE (Large Carnivore Initiative for Europe).

In Baden-Württemberg gibt es seit 1988 immer wieder vereinzelte Hinweise auf die sporadische Anwesenheit von Luchsen im Schwarzwald oder im oberen Donautal. Eine etablierte Luchspopulation gibt es bisher jedoch keine. Die nächst gelegenen Vorkommen sind nicht weit entfernt, in den Vogesen und dem Schweizer Jura (siehe Abbildung). Eine Populationsentwicklung in Baden-Württemberg alleine durch zuwandernde Tiere ist sehr unwahrscheinlich. Luchse haben im Gegensatz zu Wölfen ein eher konservatives Ausbreitungsverhalten, d.h. sie können zwar weite Strecken zurücklegen, suchen aber schließlich doch die Nähe zu Artgenossen bevor sie sesshaft werden. Hinzu kommt, dass illegale Abschüsse und Verkehrsverluste die bestehenden Vorkommen schmälern und die Ausbreitungen der wenigen abwandernden Tiere stark erschweren.

 
Luchspopulationen in Europa (IUCN, Stand 2009 verändert)        
 

Die Wiederansiedlungsprojekte in Europa wurden teilweise wissenschaftlich begleitet. Vor allem der Einsatz von Telemetrie in der Schweiz, im Böhmerwald und in Slowenien brachte viele Erkenntnisse zum Verhalten und zur Lebensraumnutzung der heimlichen Katzen.

Luchse gelten als relativ anspruchslose Tierart. Sie sind kein Zeiger für ökologisch besonders wertvolle Lebensräume. Neben einem ausreichenden Nahrungsangebot brauchen sie Rückzugsräume wie ruhige Wälder oder Felsformationen. Schweizer Untersuchungen im Alpenraum ergaben, dass Luchse vor allem die Hangwälder als Lebensraum nutzen. Besiedelte Täler und unbewaldete alpine Zonen werden höchst selten aufgesucht. Im Schwarzwald wäre zu erwarten, dass sich Luchse ähnlich wie im Schweizer Jura homogener verteilen als in den Alpen, da die natürliche Waldgrenze nirgends erreicht wird.

Quellen:
Breitenmoser & Breitenmoser-Würsten (2008): Der Luchs - Ein Großraubtier in der Kulturlandschaft. Salm Verlag, Wohlen/Bern

Roland Kalb (2007): Bär Luchs Wolf - Verfolgt Ausgerottet Zurückgekehrt. Leopold Stocker Verlag, Graz

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Luchs- und Wolfsmonitoring

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Telefon: 0761 / 4018-274
Mobil: 0173 / 6041117
(täglich erreichbar)

Informationen zum Monitoring

Weiterführende Information

Mehr zu dem hier vorgestellten Thema finden Sie unter:

AG Luchs und Wolf Baden-Württemberg

Luchsprojekt Bayern

Arbeitskreis Hessenluchs

LCIE (Large Carnivore Initiative for Europe)

© 2016 - ein Kooperationsprojekt der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) unter Beteiligung von Jagd-, Naturschutz- und Landwirtschaftsverbänden

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Luchs und Wolf in Baden-Württemberg, Schwarzwald, Schwäbische Alb, Schwäbischer Wald