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Autor: Felix Böcker, Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt BW | Datum: 14.11.2017 | Kommentare: 0

Was machen Friedl, Tello und Co?

Die Luchse „Friedl“ und „Tello“ konnten mit ihren Senderhalsbändern einen wesentlichen Teil zum Luchsmonitoring in Baden-Württemberg beitragen. Was weiß die FVA inzwischen über diese und weitere Luchse?

Die Luchse „Friedl“ und „Tello“ sind durch ihre Mitarbeit am Luchsmonitoring Baden-Württembergs bekannt geworden und tauchten in verschiedenen Medien immer wieder auf. Ihre Sender tragen beide Luchse nicht mehr. Wie kam es dazu, gibt es Neues von diesen Luchsen? Im Folgenden eine Zusammenfassung:


 
Besenderung und Namensgebung
Mit ihrem Fang erhielten die Luchse B415 und B433 einen Namen vom Landesjagdverband Baden-Württemberg, der die Patenschaft für diese beiden Männchen übernahm. „Friedl“ und „Tello“ wurden mit einem Sendehalsband ausgestattet und konnten in den folgenden Monaten intensiv begleitet und erforscht werden.
 

Friedl (B415) bei Besenderung

Tello (B433) bei Besenderung
 
 
Friedl - Erkenntnisse aus einem Jahr Sendezeit
„Friedl“ machte in seinem Besenderungszeitraum von einem Jahr (April 2015 bis April 2016) vor allem dadurch auf sich aufmerksam, dass er auf der Suche nach einem geeigneten Gebiet quer durch Baden-Württemberg streifte. Vom Mittleren Schwarzwald aus überwand er auch Straßen und machte erst kurz vor Ulm halt, um umzukehren und am Albtrauf entlang bis ins Donautal zu wandern. Dort wurde er nach seiner Besenderungszeit bis zum April 2017 immer wieder nachgewiesen. Seither fehlen dem Luchsmonitoring der FVA allerdings weitere Nachweise zu Luchs „Friedl“. An den Orten, an denen es bislang Nachweise zu diesem Luchs gegeben hat, wurde nun wiederholt ein anderes Luchsmännchen nachgewiesen, das den wissenschaftlichen Namen B618 trägt.
 
Fotofallenbild des Luchses B618

 

Tello - Autounfall und neues Streifgebiet
Luchs „Tello“ hingegen hielt sich während seines Besenderungszeitraumes vor allem südlich von Reutlingen und Tübingen auf. Er verlor bei einem Autounfall im September 2016, knapp ein halbes Jahr nach der Besenderung, sein Sendehalsband. Über seinen Aufenthaltsort und seinen Zustand war vorerst nichts bekannt. Einige Monate später konnten ihn Fotofallen allerdings erneut in seinem bekannten Streifgebiet nachweisen. Inzwischen hat „Tello“ sein Streifgebiet auf die Ostalb verlagert.

 

Südschwarzwald - ein weiterer Luchs?
Weitere Luchsnachweise erhält die FVA seit 2015 immer wieder aus dem Südschwarzwald. Hier fehlen bis heute allerdings nähere Informationen über die Herkunft und das Geschlecht des Luchses. Weitere Hinweise über eine Zusammenarbeit mit ortskundigen Personen aus Jagd und Forst können dazu beitragen, mehr über das Individuum und seine Herkunft zu erfahren.

 

Herkunft dieser Luchse
Die Luchse, bei denen Informationen über die Herkunft mittels DNA-Analyse oder Fleckenabgleich bekannt wurden, sind aus der Schweiz nach Baden-Württemberg zugewandert. Weibliche Tiere konnten bisher nicht in Baden-Württemberg nachgewiesen werden.


  • Fotofallenbild des Luchses B618  » Click to zoom ->

    Fotofallenbild des Luchses B618

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