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Wolfsnachweise

Obwohl Wölfe in Rudeln leben und die Elterntiere gebietstreu sind, ist es schwierig, sie zu Gesicht zu bekommen. Es sind vor allem ihre Hinterlassenschaften, die ihre Anwesenheit verraten können. Die nahe Verwandtschaft zum Hund macht die Identifizierung jedoch häufig schwierig und es bedarf, wie auch beim Luchs, meist der Überprüfung durch eine Expertin/einen Experten oder der Untersuchung im Labor. Für die Aussagekraft anderer Nachweise spielt eine wichtige Rolle, ob es sich um einen gesicherten Nachweis wie bei Totfunden oder Fotofallen handelt oder um eingeschränkt überprüfbare Nachweise wie Fährten oder Rufe, die nicht mehr durch eine Expertin/einen Experten überprüft und bestätigt werden können.

Typische Merkmale eines Wolfsrisses

Mittelgroße Beutetiere wie Rehe oder Schafe werden häufig mit einem Biss in die Drossel getötet. Oft weist die erlegte Beute außer den vier Eingriffslöchern der Fangzähne in der Decke keine weiteren äußeren Verletzungen auf. Von unerfahrenen Hunden getötete Tiere haben dagegen meist viele ungezielte und unterschiedlich schwere Verletzungen. Größere Beutetiere wie das Rotwild werden während der Verfolgung wiederholt mit viel Kraft in die Flanken oder Beine gebissen, so dass es zu starken Verletzungen kommt. Ist die Beute am Boden, wird sie so lange an der Drossel gehalten, bis sie erstickt ist.

Haben mehrere Wölfe eine Beute erlegt, fressen sie diese meist auch an verschiedenen Stellen an. Sie öffnen den Bauchraum und fressen das Muskelfleisch von Keulen und Schultern. Risse von Einzelwölfen werden dagegen oft nur an Schulter und Keule angeschnitten, ohne die Bauchdecke zu öffnen. Häufig werden auch einzelne Teile von der Beute abgetrennt und versteckt.

Bleiben Wölfe ungestört, kommen sie oft über mehrere Nächte zum Riss zurück und nutzen diesen vollständig. Kleinere Tiere werden meist komplett (mit Fell und Knochen) verzehrt, bei größeren bleiben häufig die Decke, größere Knochen und bei Wiederkäuern der Panseninhalt oder der ganze Pansen zurück (Kluth und Reinhardt 2011 aus "Mit Wölfen Leben", LUPUS).

 
Bild: Gerissene Hirschkuh in Slowenien

Trittsiegel

Das Trittsiegel eines erwachsenen Wolfes gleicht dem eines großen Hundes. Anhand einzelner Trittsiegel lassen sich Wolf und Hund nicht sicher unterscheiden. Die Krallen sind beim Wolf kräftig und gerade ausgerichtet und meistens in der Spur gut zu erkennen. Viele Hundepfoten scheinen runder und unregelmäßiger als die eher länglichen und ebenmäßigen Wolfspfoten. Die Krallen von Hunden sind oft ungleich ausgerichtet und undeutlicher abgedrückt.

In der Größe variieren die Trittsiegel bei erwachsenen Wölfen zwischen sieben bis neun Zentimeter in der Breite und acht bis zehn Zentimeter in der Länge. Die individuellen Größenunterschiede können aber beträchtlich sein. Als Richtwert gilt:

Die Vorderpfoten sind ca. einen Zentimeter länger als breit und einen Zentimeter länger als die Hinterpfoten.


Bild: Wolfstrittsiegel

Fährte

Um zwischen Wolfs- und Hundespuren unterscheiden zu können, muss man der Fährte über längere Distanz folgen. Unter günstigen Schneebedingungen kann man nach 500 bis 1000 m aus dem Verlauf der Fährte recht sicher auf den Verursacher schließen.


Bild: Geschnürter Trab

Wölfe gehen über lange Distanzen mit gleicher Geschwindigkeit, also mit gleichem Schrittabstand und sehr geradlinig. Die Hinterpfoten setzen sie häufig in die Abdrücke der Vorderpfoten (geschnürter Trab). Im tiefen Schnee gehen mehrere Tiere meist hintereinander und treten exakt in die Spur des Vorgängers. Das ändert sich allerdings, wenn sie Beute jagen oder ihr Revier markieren. Im Gegensatz zu Hunden sind Wölfe viel mehr darauf bedacht, Energie zu sparen. Auffällig bei Hundespuren ist, dass sie viel häufiger zwischen den Gangarten wechseln, sie wirken verspielt und energieverschwenderisch.

Kot

Kot wird gerne zur Markierung an auffälligen Plätzen oder entlang von häufig begangenen Wechseln abgesetzt. Der Kot enthält viele Schalenwildhaare, Knochenfragmente und zum Teil sogar Schalen und Zähne der Beutetiere. Wolfslosungen sind mindestens 2,5 cm dick und oft über 20 cm lang. Von Fuchslosungen unterscheiden sie sich durch ihre Größe und die größeren Knochenreste. Hundekot unterscheidet sich in Form und Größe wenig, meist aber durch die aufgenommene Nahrung. Für einen sicheren Nachweis, besonders bei frischem Kot wird eine Laboruntersuchung benötigt.


Bild: Wolfskot in der Lausitz

Haare

Wolfshaare lassen sich nicht von Hundehaaren unterscheiden. Lediglich eine genetische Untersuchung kann den sicheren Nachweis für einen Wolf erbringen.

Ruf

Manche Hunde können heulen wie Wölfe. Grundsätzlich lässt sich deshalb das Heulen eines einzelnen Tieres nicht eindeutig einem Wolf zuordnen. Wird aber über Chorheulen berichtet, insbesondere mit Welpen, so kann dies Anlass sein, in dem Gebiet umgehend nach Spuren und Losungen zu suchen, sofern in diesem Gebiet noch keine Reproduktion bestätigt wurde.

Meldung von Wolfshinweisen

Bitte melden Sie Hinweise auf die Anwesenheit von Luchsen und Wölfen an die FVA. Die Kontaktnummer finden Sie in der rechten Leiste unter: "Luchs- und Wolfsmonitoring".

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