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Autor: FVA | Datum: 19.06.2018 | Kommentare: 0

Dritter Luchs in Baden-Württemberg mit Sendehalsband versehen

Mit „Wilhelm“ wurde Ende 2017 nun der bereits dritte Luchs in Baden-Württemberg sendermarkiert – allerdings macht die Technik den Forschern einen Strich durch die Rechnung

Kurz vor Weihnachten 2017 gelang es dem Team der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) im Südschwarzwald einen Luchs zu fangen und mit einem Senderhalsband auszustatten. Das Senderhalsband, das normalerweise zwei Jahre funktionieren sollte, wies jedoch nach wenigen Wochen einen technischen Defekt auf, und ein erneuter Fangversuch konnte bislang nicht realisiert werden. Der Luchs konnte jedoch weiterhin über Fotofallenbilder im Südschwarzwald nachgewiesen werden.

Aus der Region gab es bereits seit Anfang 2014 hin und wieder Nachweise eines Luchses. Über den Abgleich des Fleckenmusters des gefangenen Tieres konnte nun bestätigt werden, dass es sich stets um dasselbe Tier gehandelt hatte. Der Luchs, der vom Landesjagdverband Baden-Württemberg den Namen „Wilhelm“ bekam, hielt sich zum Zeitpunkt der Besenderung demnach bereits seit über drei Jahren im Bereich des Südschwarzwaldes auf. Da die Abgleiche mit den Daten des Schweizer Fotofallenmonitoring kein Ergebnis brachten, kann nur vermutet werden, dass auch dieses Tier aus der Schweiz stammt. „Wilhelm“ sollte, wie vormals „Friedl“ und „Tello“, Daten darüber liefern, wo sein Streifgebiet verläuft, welche Bereiche er innerhalb seines Lebensraumes nutzt und welche Beute er im Südschwarzwald macht.


Rückblick

Anfang April 2015 wurde Luchs „Friedl“ an einem gerissenen Schaf im mittleren Schwarzwald gefangen und als erster Luchs in Baden-Württemberg mit einem GPS/GSM-Halsband sendermarkiert. "Friedl" war nach einigen Monaten aus dem Schwarzwald quer durch Baden-Württemberg gewandert, bevor er sich im oberen Donautal niederließ. Nachdem sich sein Sendehalsband nach einem Jahr automatisch gelöst hatte, gab es immer wieder Fotofallenbilder von ihm. Zuletzt wurde „Friedl“ im April 2017 nachgewiesen, seitdem ist sein Verbleib unklar. Weitere Informationen zu Friedl unter diesem Link.

Ein weiteres Luchs-Männchen, B433, vom Landesjagdverband „Tello“ getauft, wurde im März 2016 im oberen Donautal sendermarkiert. „Tello“ lieferte ein halbes Jahr lang Daten, bis sich sein Sendehalsband bei einem Zusammenstoß mit einem Auto löste. Den Autounfall überlebte der Luchs, und es gab im März sowie im Mai 2017 noch Nachweise über Fotofallen im Ostalbkreis, seitdem hat sich seine Spur jedoch auch verloren. Weitere Informationen zu Tello unter diesem Link.

  • Luchskuder "Wilhelm" wurde bereits vor seiner Besenderung von einer Fotofalle erfasst  » Click to zoom ->

    Luchskuder "Wilhelm" wurde bereits vor seiner Besenderung von einer Fotofalle erfasst

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Luchs und Wolf in Baden-Württemberg, Schwarzwald, Schwäbische Alb, Schwäbischer Wald